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Buribunkerei, murks, unglaublichaberwahr

Vodafail

11.06.10 | 1 Comment

Sehr geehrte Frau Vodafone,
Sehr geehrter Herr Vodafone,

ich denke ich brauche mich nicht weiter vorzustellen, denn Sie kennen mich, meine Telefonnummer, mein Kundenkennwort und alle Freunde mit denen ich seit über 180 monatlichen Mindestgebühren telefoniere. Da Sie vermutlich viel um die Ohren haben – und damit meine ich keine Mobiltelefone – möchte ich Ihnen fix bei der Umrechnung helfen: es handelt sich dabei um viele tausend Euro in mehr als 15 Jahren, die ich Ihnen als Ihr Kunde überließ. Aber das Geld investierte ich ja auch in eine gute Zeit: Als Jugendlicher bekam ich ein erstes Mannesmann D2-Mobiltelefon – vielleicht erinnern Sie sich auch noch daran? Zu dieser Zeit versteckte man während der Schulpausen sein Handy, da man ansonsten verspottet wurde. Telefonieren konnte ich auch erst nach einer Taschengelderhöhung aber das war mir egal – ich hielt stolz zu Ihnen und Ihrem Unternehmen. Über die Jahre verbrannte ich durch die eine oder andere SMS regelmäßig meine Ersparnisse. Meine Eltern wollten uns trennen, doch ich hielt weiterhin zu Ihnen und Ihrem Unternehmen. Als Schüler verhalfen Sie mir (vom Schulklo aus) durch meine Abiturprüfung und als Student sogar zu einem mobilen Internet. Ich war begeistert und trotz der dadurch erhaltenen Informations- und einhergehenden Tariffreiheit hielt ich zu Ihnen und Ihrem Unternehmen. Wieso auch nicht? – wir waren ja stets verbunden. Diese Verbundenheit nahm leider in den letzten Monaten rapide ab. Erst schleichend, dann immer schneller, befiehl mich das über die Jahre unterdrückte Gefühl, daß unsere Freundschaft etwas einseitig ausfiele und schweren Herzens sah ich mich nach solch einer langen Zeit zur Kündigung genötigt. Unsere vertragliche Freundschaft schien gelaufen und Sie zwangen mich gar mit Ablauf des Vertrages in eine mir unliebsame Prepaid-Beziehung (*1). Ich versuchte dies als Geste des guten Willens zu sehen mich doch als Kunden halten zu wollen und noch vor Vertragsende führte mich die freundlich-elektronische Stimme der 1212-Hotline zu einem persönlichen Berater der Kundenrückgewinnung. Ein Herr Matthias Schwaaaaarz (Name zu seinem Schutz leicht geändert) versprach mir ein neues Telefon samt günstigem Tarif (*2). Ich wollte mir dies durch den Kopf gehen lassen und besuchte einen Vodafone-Partner-Laden in meiner Nähe, um mir einen Überblick vor Ort zu verschaffen (*3). Leider konnte man mir dort nicht helfen und ich versuchte es wieder über die Kunden-Hotline in der man mir nach kurzer Zeit eine Bestätigungs-SMS zu neuem Tarif und vergünstigtem Telefon versprach. Sie werden es vermutlich kaum glauben – ich konnte es ebenfalls nicht: Es kam keine SMS und mittlerweile lief meine Mitgliedschaft in Ihrem Verein aus. So wurde ich ungewollt Pre-Paid-Kunde. Als solcher konnte ich nicht einmal mehr Ihre 1212-Hotline anrufen und war gezwunden mit einem anderen Telefon mehrere Tage stundenlang in einer Warteschleife Ihre schlechte Musik zu ertragen (*4). Ich habe wirklich versucht, und das müssen Sie mir glauben, daß wir wieder zusammen kommen, aber Ihre unfähigen Kollegen haben es leider vermasselt. Ich hoffe Sie fühlen sich angesprochen, wenn ich sage, daß man es nicht auf die Reihe bekommen hat in einem Computersystem ein paar Häckchen zu setzen. Wissen Sie was? Jede Minute, die Menschen gezwungen sind in Ihrer Warteschleife zu hängen sollte Ihnen und Ihrem Betrieb von Ihrer Lebenszeit abgezogen werden. Ich hätte nie gedacht, daß unsere Vorstellungen zu einer Kundenbeziehung so weit auseinander driften und so leid es mir tut:
Nie wieder werde ich meine Zeit mit Ihnen oder Ihrem Unternehmen verschwenden.

tschüß.
Felix Hardmood Beck

    kleingedruckter Klartext:

(*1) Ich war zu bequem mir einen anderen mobilen Telefonanbieter zu suchen und der Vodafone-Vertrag verlängerte sich immer wieder um ein weiteres Jahr. Nach unglaublichen 15 Jahren kündigte ich meinen Vertrag rechtzeitig vor Fristende im Januar 2010. Es folgte ein montelanges Generve mit Vodafone-Werbe SMS und Anrufe irgendwelcher Vodafone-Hanseln der Kundenrückgewinnung. Diesen sagte ich klipp und klar, daß nur das iPhone4 mit vernünftigem Leistungspaket mich nochmals umstimmen könnte; man hatte dort ein Einsehen und es trudelte ein Brief ein, der ankündigte, daß meine SIM nach Vertragsablauf automatisch in eine Prepaidkarte umgewandelt werden würde. Mir egal. Genervt, wie ich war, wollte ich die Karte sowieso nur noch wegschmeißen!

(*2) Man bot mir schließlich das schwarze iPhone4 (16 GB) (74€) mit Superflat Internet Tarif (55€ monatl) an, sollte ich meinen Vertrag doch noch verlängern.

(*3) Ich vergleichte alle Tarife und Vodafone schien mir mit o.g. Angebot dann doch irgendwie ok. So lief ich am 30. Oktober zum Vodafone Laden am Ring-Center (Berlin, Friedrichshain), um meinen Vertrag von Angesicht zu Angesicht verlängern zu lassen und das iPhone ohne Wartezeit abzugreifen. Vor Ort wurde ich unvermittelt Zeuge davon, wie ein Renter mit der Situation seine Prepaid-Karte aufzuladen absolut überfordert war. Er konnte sich leider nicht klar ausdrücken was zur Folge hatte, daß er bei dem Kundenberater auf völliges Unmissverständnis stieß und dieser ihn wenig später aus dem Laden warf!?! Wie geht denn sowas? Was fällt den Vodafone-Typen denn ein? Behandelt man so Kunden? Ich war sowieso genervt und die Witzfigur von Vodafone wollte mir dann nichtmal mehr das verbilligte iPhone für die versprochenen 74€ anbieten. Er meinte das ginge nur telefonisch über die Kundenhotline…

(*4) In dieser vermaledeiten Kundenhotline verbrachte ich in der vergangenenen Woche 5 überflüssige Stunden meines Lebens. Zuletzt sprach heute morgen mit einem jungen Mann der Kundenrückgewinnung, der die eigenen Kollegen als faule Schweine betitelte und mich auf die Konkurrenz verwieß: Telekom und www.blue.de. Endlich jemand in einem Unternehmen wegen dem es schon fast wieder traurig ist einen 15 Jahren alten Vertrag aufzulösen.

(Nachtrag: 8.November 2010) Habe heute einen zwei Jahres Vertrag mit überteuertem Tarif bei der Telekom unterschrieben. Mal sehen wann ich das bereue… (Beim letzten Male endete es wiefolgt: “Hiermit teile ich, Felix Beck (Kundennummer: …, Telefonnummer: …), Ihnen mit, dass ich vom Vertrag (Schaltung eines DSL Anschlusses) zurücktrete, da ich nach siebenmaligem Besuch in einem T-Punkt und mittlerweile 8 verstrichenen Wochen immernoch keine Benutzdaten, bzw Hardware zugesandt bekommen habe.” Ach, ja,… da werden Erinnerungen wach.)

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